Zaghaftes Weblog-Marketing, dicke Haut und Page Impressions

Die Nachrichtenagentur pressetext.austria hat heute eine Meldung zum Thema Weblog-Marketing veröffentlicht, die eine Einschätzung zur Marktlage bietet:

Die Attraktivität von Weblogs als Werbefläche ist zwar groß, dennoch zögern vor allem die großen Werber ihre Reklame auf den Online-Tagebüchern zu platzieren. Die Zurückhaltung ist auf die Unberechenbarkeit dieses Mediums zurückzuführen, heißt es im Wall Street Journal. Das Interactive Advertising Bureau verfügt kaum über genaue Zahlen wie viel für Webblog-Werbung derzeit ausgegeben wird. Werber, die sich auf Webblogseiten trauen, müssen eine dicke Haut haben, denn die Kommentare können schlagartig ins Negative gehen.

pressetext.austria: Werber bei Weblogs noch zaghaft

Nico Lumma glaubt nicht, dass die Zurückhaltung auf die “Unberechenbarkeit des Mediums” zurückzuführen ist:

Meine Einschätzung ist folgende: Negative Auswirkungen sind nicht die Befürchtung, sondern leider immer noch Unverständnis bei den Werbetreibenden, was ein Weblog ist und wieso man dort werben sollte. Weblogs bieten sog. User-generierten Content und seit den guten alten Zeiten der Massen-Homepages auf Geocities und Konsorten ist User-generierter Content gleichgesetzt mit Ramsch. Weblogs müssen erst noch bekannter werden, damit realisiert wird, dass man dort Werbung in einem Umfeld schalten kann, das vor allem von Multiplikatoren aufgesucht wird.

Ja, das Thema steckt noch absolut in den Kinderschuhen und ist in Deutschland bei den Werbetreibenden noch nicht angekommen. Trotzdem glaube ich, dass bei vielen Unternehmen nach der Erkenntnis die Angst kommen wird. Weblogs Inc. experimentiert in den USA mit Anzeigen, die von den Leser/innen kommentiert werden können. Ich glaube, dass diese Idee vielen Unternehmen nicht gefallen wird (noch nicht)… Was würde passieren, wenn VIVA nach einem Klingeltonspot Kommentare der Zuschauer senden würde? Da ist es doch wesentlich einfacher, beispielsweise “herkömmliche” Bannereinblendungen zu buchen. Hier kann ich als Werbetreibender vorher die Reichweite festlegen, die Kampagne genau steuern und anschließend die Klicks zählen.

Nico schreibt weiter:

Ganz nebenbei bemerkt wüsste ich auch kein Weblog in Deutschland, dass genügend PageImpressions hätte, für die sich eine Direktbuchung lohnen würde. Insofern ist die Werbung auf Weblogs sicherlich zaghaft, allein schon mangels Masse.

Ich bin mir nicht sicher, ob die PIs im Weblog-Marketing langfristig die entscheidende Rolle spielen werden. Weblogs bieten hervorragende Möglichkeiten, um spezielle Nischen zu erreichen. Wenn ich mit Anzeigen in Weblogs “meine” Nische und die für mich relevanten Multiplikatoren erreiche, lohnt sich die Buchung für mich. Unter diesem Gesichtspunkt fallen mir zahlreiche (auch deutschsprachige) Weblogs ein, auf denen sich schon heute eine Buchung lohnen würde.

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