Menschen vs. Suchalgorithmen
Martin Rölls Artikel über die Zukunft des Suchmaschinen-Marketing hatte ich kürzlich bereits verlinkt. Passend dazu gibt es auf Computerwelt.at einen lesenswerten Artikel über Yahoos-Strategie und künftige Website-Bewertungskritieren:
Die Relevanz von Inhalten wird dabei nicht mehr allein von Suchalgorithmen und der Verlinkung einer Website bestimmt, sondern durch die Vorlieben und Interessen des Einzelnen. “Bookmarks, Bewertungen der Sites, Kommentare, Blog-Einträge oder Tags sind seine Instrumente”, erklärte Bradley Horowitz, Director Media und Desktop Search bei Yahoo.
Computerwelt.at: Yahoo sucht seinen Platz im Web.
Die Yahoo-Übernahmen in den letzten Monaten (Flickr, del.icio.us, Upcoming.org, Webjay etc.) passen dabei natürlich gut ins Bild. Spannend ist dabei sicherlich die Frage, ob und wann Ideen wie Tagging und die personalisierte Suche von der breiten Masse angemommen werden – auch im Hinblick auf die damit verbundene Datenschutzproblematik.


3 Kommentare
Hallo Nico!
“Bookmarks, Bewertungen der Sites, Kommentare, Blog-Einträge oder Tags sind seine Instrumente”
Zuerst möchte ich allerdings vorausschicken dass ich Yahoo sehr schätze (bringt über 50 Prozent auf meine englischsprachigen Websites).
Die Aussage Menschen vs. Suchalgo finde ich ein wenig überzogen. Suchalgos können manipuliert werden und auch die neuen Ranking-MArkmale werden bereits manipuliert.
Jeder SEO der halbwegs vorne mitmischen möchte, hat inzwischen 100 oder mehr eigene Weblogs am Laufen … zur Not werden so die Kundenseiten gepuscht (nirgends kann ich Links einfacher themenrelevant linken). Damit meine ich jetzt nicht die automatisierten Spam-Blogs. Die meinsten Menschen werden solche SEO-Blogs nicht von allgemeinen Blabla-Blog unterscheiden können, Suchmaschinen schon gar nicht.
Die wirklich aktiven SEOs haben Social Bookmarking schon lange für sich entdeckt,lange vor diesem Interview. Auch hierwieder die Einschränkung: Gemeint ist hier nicht SB-Spaming mit 100 und mehr Accounts (wobei ich weiss dass manche SEOs das inzwischen auch sehr professionell und unerkennbar betreiben, nicht unbedingt zum Nachteil für andere Nutzer).
Im übrigen erinnert mich die Aussage an den Yahoo! Web Rank, den ich vor kurzem ebenfalls wieder ausgegraben habe.
Versuche, die Beliebtheit von Websites zu messen, beispielsweise der Alexa-Traffic Rank ist auch nicht besonders aussagekräftig. Persönlich halte ich auch nicht viel vom Technorati Rank (manipulationsmöglichkeit s. Blogs weiter oben), eben doch nur eine Abwandlung des PageRank.
Fazit: Keine Revolution, keine Reform, bestenfalls ein Reförmchen.
CU&EYL
Matthias
PS: Hoffentlich habe ich die Links korrekt gesetzt ;)
Matthias, vielen Dank für Dein ausführliches Feedback. Klar, auch die neuen Faktoren können manipuliert werden, das steht ausser Frage. Trotzdem denke ich, dass diese Informationen Suchergebnisse verbessern können. Dabei denke ich nicht nur an Tagging und Social Bookmarking sondern auch daran, dass z.B. Google mit der Google Toolbar sehr präzise die Nutzungszeit auf Websites messen kann.
Ein weiterer Aspekt: Wenn sich die personalisierte Suche durchsetzt und jeder Nutzer unterschiedliche Ergebnisse geliefert bekommt, wird es für einen SEO schwierig seinem Kunden eine “Platzierung in den Top 10″ zu verkaufen.
[...] Heute habe ich auf Nico Zorns Weblog einen sehr ausführlichen Kommentar zum Thema Suchmaschinenalgo vs. Mensch verfasst. [...]