Mythos Multitasking (Oder: Bekifft im Büro)
Cash.ch hat einen interessanten Artikel zum Thema Multitasking veröffentlicht. Ein paar Auszüge:
Zwei Hirnforscher der University of Michigan konnten nachweisen, dass das Gehirn um bis zu 40 Prozent weniger leistet, wenn es gleichzeitig verschiedenen Aufgaben bewältigen muss.
Und weiter:
Mitarbeiter, die eine Aufgabe erledigen und sich dabei gleichzeitig den E-Mails widmen, bringen sogar eine schlechtere Leistung als Mitarbeiter, die Marihuana intus haben. Diesen Vergleich haben Forscher am Kings College in London angestellt und dabei weltweit für Aufsehen gesorgt.
Eine Empfehlung gibt es in dem Artikel ebenfalls:
«Es ist wichtig, sich dem permanenten Stand-by entziehen zu können», sagt Miriam Meckel. «Jeder Vorgesetzte sollte den Mitarbeitenden Zeit zugestehen, in der sie ungestört arbeiten können. Das fördert die Produktivität.»
Falls man also mal wieder das Gefühl hat, dass die Arbeit mit zunehmender Anzahl an geöffneten Programmen irgendwie langsamer vonstatten geht: Es könnte nicht nur an der Prozessorgeschwindigkeit liegen ;-)


6 Kommentare
[...] Nico Zorn Ähnliche [...]
Seltsame Ergebnisse.
Für mich ist ein Stack von offenen Fenstern am Bildschirm mit Entwürfen von E-Mails, offenen Termineinträgen oder Browsertabs das Äquivalent zu kleinen Post-Its mit den Notizen zu den anstehenden Aufgaben.
Michael Lopp sogar einen Begriff dafür geprägt: Nerd Attention Deficiency Disorder haben Leute, die unruhig werden, wenn der Bildschirm leer ist, und offene Fenster als Kurzzeitgedächtnis für die anstehenden Arbeiten verwenden.
Um gleich noch mit einem anderen Mythos aufzuräumen: Frauen können auch kein Multitasking, haben seriöse Wisschenschaftler vor 2 Jahren festgestellt. Ihre Gehirne schalten nur schneller zwischen den einzelnen Aufgaben um – und auch das ist sicherlich Talent- abhängig.
Ich denke, genau diese Umschaltenergie, macht den Verlust aus und gleichzeitig das Suchtpotenzial: News als die Droge des 21. Jahrhunderts.
lg
Michael
Endlich hat man den Beweis, das wird wahrscheinlich aber den wenigstens Chefs interessieren.
Ich finde den Vergleich auch sehr plastisch und gelungen
[...] Mythos Multitasking (Oder: Bekifft im Büro) :: Artikel über Multitasking von Menschen [...]
[...] Eine andere Studie hat gezeigt, dass Mitarbeiter, die Multitasking betreiber schlechtere Leistung bringen als Mitarbeiter, die unter Einfluss von Cannabis stehen. Und trotzdem gibt es immernoch viele, die darauf beharren, dass Multitasking für sie besser funktioniert, sie besser arbeiten, wenn der Fernseher im Hintergrund läuft, und, und, und. Ich werde in einem zukünftigen Blogeintrag darauf eingehen, warum das so ist – und ob es nicht doch stimmt, dass für manche Multitasking effektiver ist. [...]