Palm PreSeit einigen Tagen nutze ich jetzt das Palm Pre (Disclosure: O2 hat mir freundlicherweise ein Gerät zur Verfügung gestellt) und um es gleich vorwegzunehmen: Das Pre ist endlich eine vernünftige Alternative zum iPhone, auch wenn das Gerät noch nicht perfekt ist.

Kurz zu den Fakten: 3,1 Zoll großes Multitouch-Display, nach unten ausklappbare QWERTZ-Tastatur, 8 GB Speicher, WLAN, Lagesensor, 3 Megapixel Digitalkamera und vor allem: Multitasking! Das Pre kann mehrere Programme parallel ausführen und macht das sogar äußerst elegangt: Laufende Programme werden als “Karte” ausgeführt. Mit einem Druck auf die mittlere Taste gelangt man zur Übersicht aller Karten. Anschließend kann man mit einem Fingerwisch zwischen den Karten wechseln, mit einem Tippen das jeweilige Programm aktivieren oder mit einem Fingerwisch nach oben das Programm schließen. Das klingt jetzt möglicherweise kompliziert, ist es aber nicht – im Gegenteil, die Bedienung des Pre macht richtig Spaß.

Tastatur des Palm PreDie Hardware macht auf mich insgesamt einen vernünftigen Eindruck, auch wenn die Verarbeitung zum Teil besser sein könnte – die etwas zu scharfen Kanten auf der ausgeklappten Tastatur wurden ja schon von einigen Testern bemängelt. Diesen Punkt finde ich allerdings nicht wirklich dramatisch, zumal das Gerät ansonsten sehr gut in der Hand liegt. Die Tastatur ist gewöhnungsbedürftig, nach einigen Tagen aber gut zu bedienen. Leider hat – zumindest bei meinem Gerät – die Leertaste einen kaum spürbaren Druckpunkt.

Die integrierte Kamera liefert akzeptable Fotos, eine Alternative zu einer “richtigen” Kamera ist das Palm Pre aber natürlich nicht. Schade finde ich, dass auch das Palm Pre (genau wie die ersten iPhone-Versionen) noch keine Videos aufnehmen kann. Es bleibt zu hoffen, dass Palm die Videofunktion mit einem Firmwareupdate nachliefert.

Das Display des Pre kann überzeugen: Die Auflösung ist zwar nicht höher als beim iPhone (320 x 480 Pixel), Kontrast und Farbwiedergabe sorgen aber für ein wirklich tolles Bild.

Wie oben bereits geschrieben finde ich auch das Bedienkonzept des Pre gelungen. Die Multitouch-Bedienung funktioniert einwandfrei, das Wechseln zwischen den Programmen ist mit dem Kartenkonzept gut gelöst und auch die Texteingabe über die Hardware-Tastatur funktioniert nach einer kurzen Einarbeitung gut. Gut gefällt mir auch die Gestensteuerung mit dem “Gestenbereich” unterhalb des Displays. Bewegt man in diesem Bereich zum Beispiel den Finger von rechts nach links, gelangt man im Webbrowser auf die vorherige Seite.

Schön umgesetzt sind auch die Benachrichtigungen. Anstatt den Anwender beim Eintreffen einer neuen SMS oder Mail zu unterbrechen, werden die entsprechenden Informationen dezent im unteren Bildschirmbereich angezeigt.

Eine große Schwäche sehe ich in der aktuell noch überschaubaren Anzahl an Programmen im App Store Catalog. Auf der anderen Seite ist es wohl nicht ganz fair, diesen Punkt noch vor der Markteinführung des Pre zu kritisieren ;-) (das Palm Pre ist ab dem 13. Oktober erhältlich).

Alles in allem macht das Palm Pre also einen guten Eindruck. Mein iPhone wandert im Moment aber trotzdem noch nicht in die Schublade, weil mir auf dem Pre Applikationen wie XING, Echofon und Navigon fehlen. Wenn es Palm gelingt, viele Entwickler von der webOS-Plattform zu überzeugen, werde ich wahrscheinlich vollständig zum Pre switchen.

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