Eine entscheidende Frage ist wohl, ob in Zukunft tatsächlich der Qualitätsjournalismus nicht mehr bezahlbar ist, oder ob es allein die großen massenmedialen Verteilungssysteme und die daran hängenden Konzerne sind, die laut eigener Aussage aus Online-Werbeeinnahmen nicht finanziert werden können – während sie häufig alles andere als Qualitätsjournalismus betreiben.
Martin Oetting auf Carta.info: Kommunikationswandel: Die vier Subsysteme des Medienapparats
The Net interprets censorship as damage and routes around it.
John Gilmore (via Fischmarkt.de)
Marcel Weiss hat in einem wunderbaren Artikel auf netzwertig treffend erläutert, warum es keine “Generation kostenlos” (oder auch “Gratismentaliät”) gibt und auf das eigentliche Problem hingewiesen:
Statt darüber nachzudenken, warum die kostenpflichtigen Archive und Nachrichtenangebote aufgegeben wurden, statt darüber nachzudenken, was man anbieten kann, wofür Menschen bezahlen wollen, statt die neue Welt zu betrachten und zu schauen, wo man seinen Platz darin finden kann, wird eine diffuse Schuldzuweisung formuliert.
Den ein oder anderen Lichtblick gibt es dennoch: So bietet die New York Times ihre Inhalte nicht nur kostenlos an, sondern öffnet sogar die Schnittstellen zu ihren Datenbeständen.
Erwähnenswert finde ich dann noch, dass die oben erwähnte “Generation kostenlos” pro Jahr zum Beispiel schätzungsweise eine Milliarde (!) US-Dollar für iPhone-Applikationen ausgibt.
Lukasz Gadowski hat für Gruenderszene.de ein kurzes Video-Interview mit Peter Turi, dem Macher von turi2, geführt. turi2 ist nicht nur ein empfehlenswerter Medien-Branchendienst, sondern auch ein Beispiel dafür, wie kleine Unternehmen oder gar “One Man Shows” mit cleveren Ideen, einer schlanken Struktur und innovativen Formaten den etablierten Verlagen gehörig einheizen. Ich glaube / hoffe, dass wir hiervon künftig noch wesentlich mehr sehen werden.
Link: 
Ausführliche Hintergrundinformationen zur Entwicklung von Turi2 gibt es in einem weiteren Interview, das Robert Basic (kurz vor seinem “Blog-Exit”) mit Peter geführt hat: turi2: webzwobloggig von 0 auf 275.000 Euro
“The horizon line for when a newspaper on the street is serving as a kind of brochure of a rich online product does not seem far off.”
David Carr, The New York Times
Fastcompany.com: The Big Idea
Warum gerät das Buch eigentlich nicht in Verruf durch die ungezählten Schundromane, die jedes Jahr in dieser Form publiziert werden, die vielen unlesbaren Traktate und all die Werke, die nur geschrieben werden, um den Autor selbst glücklich zu machen, und nie mehr als eine Handvoll Leser erreichen werden? Beim Internet argumentieren Kritiker genau so.
Stefan Niggemeier auf taz.de: Die Arroganz der Papierverfechter
…findet die Welt Online (den Artikel habe ich übrigens – welch Ironie – via Twitter entdeckt):
Twitter und Co. braucht kein Mensch. Diese Webseiten zeigen zwar, wie sich Kommunikationsmittel wie Internet und Handy miteinander verzahnen lassen. Doch die Nutzer bombardieren sich fast ausschließlich mit sinnlosen Informationen. Und das lenkt von den wirklich wichtigen Dingen des Lebens ab.
Die wirklich wichtigen Dinge des Lebens werden währenddessen im Hause Axel Springer auf Bild.de beantwortet: Entscheidung beim „Big-Brother-Date-Express“
Hat Knubbel seine Traumfrau gefunden?
Nichts mehr. Auch nicht mehr beim Spiegel Online.
Wired nennt in einem Artikel zum Thema Digital Rights Management (DRM) sieben Gründe, warum MP3-Dateien ohne Kopierschutz die Zukunft des Musikvertriebs sind, die ich gekürzt wiedergebe:
1. The labels don’t have a choice
When CD sales finally tank completely, record labels will be faced with a tough decision: distributing music nearly exclusively through Apple’s iTunes store or rethinking their approach to digital-rights management, or DRM, from the ground up.
2. Apple might be forced into interoperability
A class-action lawsuit accuses Apple of antitrust behavior due to the fact that songs bought from iTunes can only be played by iPods or iTunes (as well as cell phones made in partnership with Apple).
3. Thomson has endorsed selling watermarked MP3s
The Digital Watermarking Alliance (including Thomson Multimedia, which owns the right to license the MP3 codec), recently made a statement in support of the idea of major labels selling watermarked MP3s.
4. Amazon is rumored to start selling MP3s by April
5. Sony: “DRMs are going to become less important”
6. People love AllofMP3.com
7. MP3 has future options
Although it’s an aging technology, the MP3 format has been made over a couple of times. Coding Technologies has been working hard to give the MP3 format a future in terms of sound quality (MP3PRO) and surround sound (MP3 Surround).
Den vollständiger Artikel gibt es auf wired.com. Ergänzen könnte man die Liste noch um ein Zitat von Bill Gates, der kürzlich erklärte, dass er mit DRM nicht zufrieden ist:
8. Bill Gates: “People should just buy a cd and rip it. You are legal then.” (via Techcrunch)