Frank Westphal hat seinen News-Aggregator eingestellt (oder die vermutlich beste Linkbait-Aktion in diesem Jahr gestartet ;-), was schade ist, bot die Website doch einen guten Überblick über die Top-Themen in der deutschsprachigen Blogosphäre. Und nun? Martin Weigert setzt auf die Shared-Items-Funktion des Google Readers, die ich bislang noch relativ selten nutze.
Einen guten Überblick – zumindest im Bereich Technik / Internet – liefern mittlerweile auch die Social News von t3n. International sieht es natürlich sowieso ganz anders aus, hier sind beispielsweise Techmeme oder auch popurls empfehlenswert. Besitzer eines iPads erhalten außerdem mit der Flipboard App einen ansprechend aufbereiteten Nachrichtenüberblick – schade, dass Fliboard noch keine Webversion anbietet.
Welche weiteren Alternativen kennt / nutzt Ihr?
Live-Unterhaltung ist Luxus und bleibt deshalb auch in zehn Jahren noch hoch im Kurs. Jede Entertainment-Form, die keine Datei ist, wird weiterhin großen Zulauf haben, weil sie eine einmalige reale Erfahrung ist, nicht kopierbar und an keine Mail angehängt werden kann.
Thomas Hermanns / Quatsch Comedy Club in der brand eins (Heft 6 Juni 2010)
Eine entscheidende Frage ist wohl, ob in Zukunft tatsächlich der Qualitätsjournalismus nicht mehr bezahlbar ist, oder ob es allein die großen massenmedialen Verteilungssysteme und die daran hängenden Konzerne sind, die laut eigener Aussage aus Online-Werbeeinnahmen nicht finanziert werden können – während sie häufig alles andere als Qualitätsjournalismus betreiben.
Martin Oetting auf Carta.info: Kommunikationswandel: Die vier Subsysteme des Medienapparats
The Net interprets censorship as damage and routes around it.
John Gilmore (via Fischmarkt.de)
Marcel Weiss hat in einem wunderbaren Artikel auf netzwertig treffend erläutert, warum es keine “Generation kostenlos” (oder auch “Gratismentaliät”) gibt und auf das eigentliche Problem hingewiesen:
Statt darüber nachzudenken, warum die kostenpflichtigen Archive und Nachrichtenangebote aufgegeben wurden, statt darüber nachzudenken, was man anbieten kann, wofür Menschen bezahlen wollen, statt die neue Welt zu betrachten und zu schauen, wo man seinen Platz darin finden kann, wird eine diffuse Schuldzuweisung formuliert.
Den ein oder anderen Lichtblick gibt es dennoch: So bietet die New York Times ihre Inhalte nicht nur kostenlos an, sondern öffnet sogar die Schnittstellen zu ihren Datenbeständen.
Erwähnenswert finde ich dann noch, dass die oben erwähnte “Generation kostenlos” pro Jahr zum Beispiel schätzungsweise eine Milliarde (!) US-Dollar für iPhone-Applikationen ausgibt.
Lukasz Gadowski hat für Gruenderszene.de ein kurzes Video-Interview mit Peter Turi, dem Macher von turi2, geführt. turi2 ist nicht nur ein empfehlenswerter Medien-Branchendienst, sondern auch ein Beispiel dafür, wie kleine Unternehmen oder gar “One Man Shows” mit cleveren Ideen, einer schlanken Struktur und innovativen Formaten den etablierten Verlagen gehörig einheizen. Ich glaube / hoffe, dass wir hiervon künftig noch wesentlich mehr sehen werden.
Link: 
Ausführliche Hintergrundinformationen zur Entwicklung von Turi2 gibt es in einem weiteren Interview, das Robert Basic (kurz vor seinem “Blog-Exit”) mit Peter geführt hat: turi2: webzwobloggig von 0 auf 275.000 Euro
“The horizon line for when a newspaper on the street is serving as a kind of brochure of a rich online product does not seem far off.”
David Carr, The New York Times
Fastcompany.com: The Big Idea
Warum gerät das Buch eigentlich nicht in Verruf durch die ungezählten Schundromane, die jedes Jahr in dieser Form publiziert werden, die vielen unlesbaren Traktate und all die Werke, die nur geschrieben werden, um den Autor selbst glücklich zu machen, und nie mehr als eine Handvoll Leser erreichen werden? Beim Internet argumentieren Kritiker genau so.
Stefan Niggemeier auf taz.de: Die Arroganz der Papierverfechter
…findet die Welt Online (den Artikel habe ich übrigens – welch Ironie – via Twitter entdeckt):
Twitter und Co. braucht kein Mensch. Diese Webseiten zeigen zwar, wie sich Kommunikationsmittel wie Internet und Handy miteinander verzahnen lassen. Doch die Nutzer bombardieren sich fast ausschließlich mit sinnlosen Informationen. Und das lenkt von den wirklich wichtigen Dingen des Lebens ab.
Die wirklich wichtigen Dinge des Lebens werden währenddessen im Hause Axel Springer auf Bild.de beantwortet: Entscheidung beim „Big-Brother-Date-Express“
Hat Knubbel seine Traumfrau gefunden?